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ESF-gefördertes Projekt „Führung in Teilzeit“ endet – das Thema bleibt

ESF-gefördertes Projekt „Führung in Teilzeit“ endet – das Thema bleibt

Drei Jahre AWO Projekt zeigen, wie lebensphasenorientiere Führung gelingt

Koblenz. Mit einer Abschlussveranstaltung am 22. Oktober 2026 in der Bezirksgeschäftsstelle der AWO Rheinland ging das Projekt „Führung in Teilzeit – Möglichkeiten für alle Führungspositionen“ zu Ende. Die Erfahrungen und die neu geschaffenen Angebote bleiben. Dass gemeinsame Projekt der AWO Rheinland und der AWO Pfalz wurde durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) im Programm „rückenwind für Vielfalt, Wandel und Zukunftsfähigkeit“ gefördert. Mit der Förderung konnte ein Teil, der für die Begleitung und Entwicklung der Projektangebote eingesetzten Personalstunden finanziert werden.

Insgesamt beteiligten sich 17 Führungskräfte in Teilzeit und 71 Teammitglieder. Jeannette Fieke (Projektleitung) und Dr. André Latz (Projektmitarbeit und Coaching) aus der Personalentwicklung der AWO Rheinland begleiteten sie mit individuellen Coachings und Teamworkshops. Darüber hinaus gab es Qualifizierungsangebote zu den Themen Resilienz und Wertschätzung. Im Mittelpunkt standen die persönliche Entwicklung sowie die Frage, wie Aufgaben, Vertretung, Kommunikation und Zusammenarbeit so gestaltet werden können, dass Führung mit unterschiedlichen Arbeitszeitmodellen gelingt. Prof. Dr. Evelina Sander begleitete das Projekt wissenschaftlich.

Zur Abschlussveranstaltung begrüßte Michaela Naunheim, die Vorstandsvorsitzende der AWO Rheinland, die Teilnehmenden und Gäste aus beiden Verbänden. „Ich bin stolz, dass so viele Kolleg*innen die Möglichkeit genutzt und an dem Projekt teilgenommen haben“, so Naunheim. Die Führungskräfte berichteten, wie vielfältig die Gründe für Teilzeit und die Erfahrungen damit sind. Eine Teilzeit-Führungskraft arbeitet in einer Vier-Tage-Woche mit 30 Stunden, um die Jahre bis zum Ruhestand gesund, motiviert und engagiert zu gestalten und zugleich die Zukunft ihrer Einrichtung im Blick zu behalten. Eine andere Teilnehmerin nutzt das Projekt „Führung in Teilzeit“ bewusst, um ihre berufliche Entwicklung und ihre weitere Karriere aktiv zu planen. Sie hob besonders die praxisnahen Handlungshilfen hervor. Die Beispiele zeigen, wie unterschiedlich ein passendes Führungsmodell je nach Lebensphase aussehen kann.

Weitere Stimmen machten die Veränderungen greifbar: „Ich habe nicht mehr frei, sondern ich habe keinen Dienst“, beschrieb eine Teilnehmerin den neuen Blick auf ihre Arbeitszeit. Eine andere Teilnehmerin hielt fest: „Ich habe gelernt, gelassener mit Situationen umzugehen.“ Ein weiterer O-Ton lobte die Erkenntnis, „dass ich Dinge auch delegieren kann und dass dies sehr gut funktioniert“. Zu den gemeinsamen Erfahrungen zählen mehr Klarheit über die eigene Rolle, stärkere Teams und ein bewussterer Umgang mit Verantwortung.

Die gewonnenen Erkenntnisse reichen über einzelne Arbeitsplätze hinaus: Den Führungskräften beider Verbände werden 18 Handlungshilfen und ein Methodenkoffer zugänglich gemacht. Zudem werden sie jährlich für das Thema sensibilisiert. Angepasste Strukturen, beispielsweise bei Sitzungen, bleiben bestehen. In der AWO Rheinland werden Stellen weiterhin konsequent in Voll- und Teilzeit ausgeschrieben. Coachings und Teamworkshops werden fest in das Unterstützungsangebot der Personalentwicklung aufgenommen.

Auch öffentlich und wissenschaftlich wirkt das Projekt weiter: Jeannette Fieke und André Latz sprachen im Podcast „TEILZEIT.TALENTE“ über Erfahrungen und Perspektiven. Evelina Sander veröffentlichte einen Fachbeitrag zur Teilzeitführung und gemeinsam mit André Latz einen weiteren Beitrag über die Umsetzung als Organisationsentwicklungsprozess in der Zeitschrift „Sozialwirtschaft“.

Das Fazit der Beteiligten lautet: Lebensphasenorientierte Führung eröffnet neue Chancen für die persönliche Entwicklung sowie für die Bindung und Gewinnung von Fach- und Führungskräften. Damit sie gelingt, sind passende Strukturen, verlässliche Kommunikation und die Bereitschaft, Führung gemeinsam neu zu gestalten, erforderlich. Die AWO Rheinland und die AWO Pfalz setzen diese Arbeit fort – mit Erfahrungen, die bleiben, neuen Möglichkeiten, die daraus wachsen und dem Gedanken, dass das, was heute Vollzeit ist, früher Teilzeit war.

Verantwortliche beider AWO Verbände für das Projekt „Führung in Teilzeit“ vor der Wand in der Bezirksgeschäftsstelle
Verantwortliche beider AWO Verbände für das Projekt „Führung in Teilzeit – Möglichkeiten für alle Führungskräfte“ | Fotografin: Frauke Heyer, AWO Rheinland v. l. n. r.: Dr. Evelina Sander (Tandemprofessorin Hochschule Koblenz & AWO Rheinland), Dr. André Latz (Projektmitarbeiter AWO Rheinland), Jeannette Fieke (Projektleitung AWO Rheinland), Heike Duttweiler (Präsidiumsmitglied AWO Pfalz), Michaela Naunheim (Vorstandsvorsitzende AWO Rheinland)
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